News vom 06.03.2010
Australische Regierung will Tasmanischen Teufel umsiedeln
Die australische Regierung hat sich dazu entschlossen, den Tasmanischen Teufel umzusiedeln, denn ein Tumor droht ihn auszurotten. Kritiker warnen jetzt vor den verheerenden Folgen für das Ökosystem, die eine Umsiedlung mit sich ziehen würde.
Die Maßnahmen zur Rettung einer Tierart sind drastisch, denn in Australien soll die vom Aussterben bedrohten Tasmanischen Teufel auf isolierte Inseln umsiedeln. Nur so könne der Bestand gesichert werden, hieß es. Der Tasmanische Teufel ist ein Beuteltier, der in Australien unter einem ansteckenden Gesichtskrebs leidet. Rund 70 Prozent des Wildbestandes sind in den letzten zehn Jahren vermutlich durch den Krebs gestorben.
Australien plant, die Tiere auf die Insel Maria Island vor der Ostküste Tasmaniens umzusiedeln. Des Weiteren sollen durch die Einzäunung von Flächen, in denen bisher keine Krebsfälle auftraten, auch auf dem Festland „künstliche Inseln“ entstehen.
Tierschützer stehen diesen Maßnahmen jedoch sehr kritisch gegenüber, denn die Fleischfresser hätten verheerende Auswirkungen auf das Ökosystem. Ein Sprecher der Naturschutz-Stiftung „Tasmanian Conservation Trust“ sagte „Die Einführung der Teufel auf eine Insel birgt immer Risiken, aber wir können entweder die Teufel retten oder die Insel.“
Die australische Regierung könnte dieses Risiko aber eingehen, denn sonst würde der Tasmanische Teufel tatsächlich aussterben. Der Krebs ist ansteckend und wird übertragen, wenn sich die Tiere um Aas streiten oder sich bei der Paarung gegenseitig beißen. Der Krebs ist zu 100 Prozent tödlich, so ein Sprecher des Taronga-Zoos in Sydney. Bei infizierten Tieren brechen im Gesicht überall Wunden auf, die Tiere können nicht mehr fressen und verhungern sie qualvoll. Viele Australier wollen dem Beuteltier dieses Schicksal ersparen, denn der Tasmanische Teufel genießt hier einen Kultstatus. Der Name der Tiere basiert auf Erzählungen der ersten Siedler aus dem 19. Jahrhundert in Tasmanien. „Diese lagen nachts in ihren Zelten und vernahmen nervös die fremdartigen Schreie aus den dichten Wäldern der Berge und Täler“, schreiben David Owen und David Pemberton in ihrem Buch über die Beuteltiere.



