News vom 08.04.2010
Australien zieht Konsequenzen aus Tankerunglück
Die australische Regierung zieht nun Konsequenzen aus Frachterunglück am Great Barrier Reef. Ministerpräsident Kevin Rudd sagte gegenüber der Presse, „man müsse die Seefahrtsregeln verschärfen und die Lotsenpflicht ausdehnen.“
Derzeit wird das aus dem Frachter „Shen Neng 1“ ausgetretene Öl abgeschöpft, was gut voran geht. Dennoch ist jeder Öltropfen eine große Gefahr für das Korallenriff. Das Great Barrier Reef hat Wissenschaftlern zufolge bereits einen großen Schaden genommen. Aber es geht voraus und so könnten die Einsatzkräfte vor Ort entscheidende Fortschritte verzeichnen. So konnte der chinesische Kohlefrachter, der auf dem Great Barrier Reef festsitzt, stabilisiert werden, berichtete die australische Seefahrtsbehörde am Mittwoch. Der Frachter wird von zwei Schleppen gehalten, damit er von den Wellen nicht mehr hin und her bewegt werden kann. Durch die Bewegungen hatte man Angst, dass sich das Loch in der Bordwand vergrößern könnte. Bislang sind rund vier Tonnen Treibstoff ausgetreten. Das ausgetretene Öl wird von der Wasseroberfläche abgeschöpft und man konnte einen mehrere Kilometer langen Ölteppich mit Hilfe von Chemikalien auflösen. Insgesamt befinden sich 950 Tonnen Öl an Bord, die jetzt abgepumpt werden.
Experten gehen bei der Bergung der „Shen Neng 1“ mit äußerster Vorsicht vor, denn jeder Tropfen Öl der ins Wasser gelangt bedroht die Unterwasserwelt. Den größten Schaden richtete bislang das Schiff selbst an, als es mit voller Wucht auf das Riff lief. Das Ziel der Rettungstrupps liegt darin, die „Shen Neng 1“ wieder flott zu machen. Eventuell müssen dafür 65.000 Tonnen Kohle abgeladen werden, was die Behörden noch nicht entschieden haben.
Die Ursache für die Havarie ist bislang unklar. Man kann sich nicht erklären, warum das Schiff so weit vom Kurs abgekommen und mit voller Fahrt auf das Korallenriff gefahren ist. Dabei war es nicht auf der Hauptroute unterwegs, sondern auf einer alternativen Strecke. Zunächst wurde spekuliert, ob das Schiff eine verbotene Abkürzung genommen hat, was jedoch widerlegt werden konnte.
Das ein Schiff so weit von seinem Kurs abkommen kann und das am hellerlichten Tag, nannte Ministerpräsident Rudd „skandalös“. Es sollen nun die Seefahrtsregeln verschärft und die Lotsenpflicht ausgedehnt werden.



