News vom 11.05.2010
Mutter schickt 12-Jährige auf den Strich
Eine wahrlich unfassbare Story wird gerade in Sydney vor Gericht verhandelt: hier muss sich eine Mutter verantworten, weil sie ihre 12-jährige Tochter zur Prostitution gezwungen haben soll. Die 41-jährige Mutter schaltete zusammen mit ihrem Freund im August des letzten Jahres eine eindeutige Anzeige in der Lokalzeitung, so berichtete es der SPIEGEL in seiner Onlineausgabe. In der Anzeige wurde das Mädchen allerdings als 18-Jährige beschrieben.
Neben der Anzeigenschaltung mietete das Pärchen noch ein Zimmer an, in dem die 12-Jährige nach Aussagen von Zeugen in einem Zeitraum von vier Wochen bis zu hundert Männer „empfangen“, war in der Lokalzeitung „The Mercury“ zu lesen. Die Männer zahlten für bis zu eine Stunde mit dem Kind zwischen 100 und 150 australische Dollar (ca. 100 Euro).
Nach Angaben der Mutter wurde das Geld zwischen dem Pärchen und dem Kind aufteilt. Alle drei haben Geldprobleme, sollten drogenabhängig sein und die Mutter soll von dem Geld ihr Haus abbezahlt haben. Des Weiteren soll sie Reparaturen an ihrem Auto durchführen lassen, wie in der Zeitung weiter zu lesen war.
Das brisante an der Geschichte ist, dass die 12-Jährige und auch ihre jüngere Schwester unter der Aufsicht des Jugendamts standen, jedoch weiterhin bei ihrer Mutter leben durften. In ersten Verhören von der Polizei stritt die Mutter zunächst ab, überhaupt davon gewusst zu haben, dass ihre Tochter sich prostituiere. Sie beschuldigte ihren Freund, der alleinige Zuhälter des Mädchens gewesen zu sein. Inzwischen hat sie aber ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Vor Gericht bat die Anwältin der Mutter darum, dass das Gericht bedenken solle, dass die Frau drogenabhängig sei und an Depressionen leide. Jedoch nannte auch die Anwältin die Taten ihrer Mandantin „abscheulich.“
Nach Angaben von „The Mercury“ war der Freund der Mutter bereits zu zehn Jahren Haft verurteilt. Am kommenden Freitag erwartet man das Urteil gegen die Mutter. Vor Gericht verantworten muss zu zudem ein Abgeordneter des tasmanischen Parlaments - er soll ein Kunde gewesen sein.



